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Die 1948 gegründete und seit 1997 unter dem Namen ECAV bekannte Schule für Gestaltung Wallis bietet verschiedene Ausbildungen an. Diese sind in zwei unterschiedliche Schulstufen aufgegliedert: Auf der ersten Stufe führt die ECAV einen Ausbildungsgang, der mit der gestalterischen Berufsmatur abschliesst, sowie ein seit 2005 eingeführtes Präpädeutikum. Letzteres führt zur zweiten Ausbildungsstufe, die auf Fachhochschulniveau aus einem Bachelor-Studiengang und einem Master-Studiengang in Kunst.
Die ECAV bietet jedem einzelnen Studierenden eine ihm angepasste Ausbildung an. Die Studierenden werden von DozentInnen, von ReferentInnen, internationalen GastkünstlerInnen sowie von FachhochschulassistentInnen betreut.
Das Selbstverständnis der Kunstfachhochschule wird durch die Lage der Institution geprägt, welche sich im Herzen des Alpenkamms, auf den Anhöhen über der Stadt Siders befindet. Die verschiedenen sprachlichen und kulturellen Identitäten der Schweiz treffen hier aufeinander, sowohl unter den Studierenden wie auch unter den Lehrkräften. In diesem Umfeld braucht es eine kritische Distanz und eine offene Geisteshaltung. Im Laufe der Jahre hat sich die Randständigkeit der Schule zu einer zentralen Thematik für die Forschung und die künstlerische Lehre herausgebildet – wie sie es ehedem für Rilke gewesen war. Das Programm der Fachhochschule hat sich dadurch wie von selbst anderen Kulturen geöffnet, die sich ausserhalb der Kunstszene befinden, wie diejenige Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas. Die ständige Konfrontation zwischen den verschiedenen Kulturen und die Vernetzung und Auseinandersetzung mit Schweizer und ausländischen Kunstschulen sollen die Entwicklung einer einerseits nationalen, andererseits internationalen künstlerischen Identität bewirken und eine Vielzahl von künstlerischen Inhalten ausbilden; darin können Unterschiede eingebunden werden, ohne dass der Anspruch auf ein klar umrissenes Profil aufgegeben werden muss. Um solch ehrgeizigen Vorgaben gerecht zu werden, ist die Schule mit einer gut ausgebauten Infrastruktur ausgestattet, die es erlaubt, Studierende, Lehrkräfte und GastkünstlerInnen entsprechend aufzunehmen, unterzubringen und zu betreuen.
Die Schule bietet ihrer Tradition gemäss eine pädagogische Struktur an, die sich den Entwicklungen in der Kunst anzupassen und Modeströmungen zu überdauern vermag. Sie vermeidet es deshalb bewusst, im Vornhinein Inhalte und Rollen der Kunst festzulegen. Die pädagogische und künstlerische Ausrichtung wird vielmehr aufgrund einer ständigen kritischen Betrachtung herausgebildet. Ein solches Engagement bindet die Lehrkräfte, die ReferentInnen, die GastkünstlerInnen und in der Folge auch die Studierenden in die Verantwortung mit ein. Gleichheit der Chancen, Mobilität, Mischung der Geschlechter, Verschiedenartigkeit und Solidarität prägen die institutionelle Identität.
Die Schule ist seit mehreren Jahren daran, eine breit gefächerte Forschung zu entwickeln, welche von der eigentlichen Unterrichtstätigkeit gesondert ist, aber je nach Studienstufe mit der Lehre in Wechselwirkung steht (siehe Zusatz zur Forschung an der Kunsthochschule ECAV). Die Schule kann sich zudem auf eine andere forschende Institution, das Centre de recherche sur l’image et ses contextes (CRIC), stützen, wenn es darum geht, eine Reflexion anzuregen und Praxis anzubieten. Das CRIC hat seit 1998 bis zum heutigen Tag Kunstschaffende aus Kuba, Mexiko, Brasilien, Venezuela, den Philippinen, Indonesien, Singapur, China, Sambia, Venezuela und Südafrika eingeladen. Diese GastkünstlerInnen haben ihre eigene Identität und Herkunft thematisiert und die Fragestellungen in den Kontext ihres zeitweiligen Aufenthaltsortes gestellt.
Die Ausbildungsgänge auf Fachhochschulstufe legen auch einen Schwerpunkt auf institutionsübergreifende Projekte, welche sie mittels Workshops und jährlichen Fellowships angehen. So wird beispielsweise eng mit der Hochschule für Gestaltung (HGK) Luzern und der Hochschule für Kunst und Design (HEAD) in Genf zusammengearbeitet. Die Schule nimmt auch am ERASMUS-Programm teil und unterhält ein Netz und zahlreiche Partnerschaften in Europa, den Vereinigten Staaten, in Afrika, und im Besonderen mit dem Californian College of Art in San Francisco und der Wits University in Johannesburg. Sie trägt daneben zu den Aktivitäten des Centre pour l’image contemporaine de Saint-Gervais in Genf bei, stellt der Fachhochschule Wallis Dienstleistungen zur Verfügung und bietet gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Wallis Unterricht und Kurse an. Ferner hat sie eine grosse Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten im Angebot, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Walliser Fachhochschule für Gesundheit und Soziales. Darüber hinaus wird jedes Jahr eine Sommerakademie durchgeführt. Schliesslich beteiligt sich die ECAV auch an verschiedenen Nachdiplomstudiengängen, insbesondere am CAS (Certificate of advanced Studies) „Kulturverantwortliche an Schulen“ und am MAS (Master of advanced studies) „Vermittlung der Künste“, welche mit der Pädagogischen Hochschule Solothurn bzw. der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entwickelt wurden. Diese Aktivitäten tragen zur künstlerischen und kulturellen Entwicklung einer ganzen Region bei, die über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus reicht.
Die ECAV verfügt über insgesamt 5’000m2 Räumlichkeiten, wovon 1’200m2 als Ateliers den Studierenden auf Fachhochschulstufe vorbehalten sind. Die Schule ist zudem in der glücklichen Lage, für Ausstellungen die Räume des Forum d’art contemporain in Siders (FAC) benutzen zu können. Darüber hinaus kann sie für ihre Seminare und Tagungen auf die Infrastruktur des Bezirksspitals von Siders, der Walliser Fachhochschule HEVS und des Château Mercier zurückgreifen. Die ECAV stellt zudem zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung und bietet ihrer Lage wegen ein ideales Umfeld für konzentriertes Studieren, Forschen und künstlerisches Schaffen.
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