Programm

Ausgangslage und Positionierung

Die Walliser Schule für Gestaltung ECAV richtet sich an Bewerber/innen, die sich künstlerisch engagieren und dabei auch auf politische und soziokulturelle Fragen eingehen möchten. Der Lehrkörper, bestehend aus Künstler/innen und Akademiker/innen, hat den Auftrag, im Dialog mit den Studierenden neue und originelle Wege der Kreation zu gehen. Die exzentrische Lage und eine bewusst klein gehaltene Studierendenzahl erzeugen laborähnliche Versuchs- und Forschungsbedingungen und bilden die Voraussetzung für konzentriertes kreatives Schaffen.

Die Experimente der Studierenden werden durch den regelmässigen Besuch von Gastreferenten/innen in einen nationalen und internationalen Kontext gestellt.

Die ECAV führt den Studiengang Bachelor HES-SO seit 2006 in ihrem Angebot. Die Studierenden schliessen ihr Studium mit dem Diplom «Bachelor of Arts in bildende Kunst» ab.

 

Infrastruktur

Den Studierenden stehen individuelle Arbeitsplätze und eine weiträumige Industriewerkhalle für die Ausstellung ihrer Arbeiten zur Verfügung. Im Schulgebäude sind Foto-, Informatik, Ton- und Videomontagelabors (DV und VHS), eine Druckerwerkstatt (Holz, Ätztechnik, Lithographie, Siebdruck, usw.) sowie Vorrichtungen für die Arbeit mit Holz, Beton, und Metall untergebracht.

Die Schule nimmt an diversen Austauschprogrammen mit teil, insbesondere in Europa (England, Frankreich, Deutschland, Spanien und Belgien), Afrika (Sambia, Südafrika, Nigeria) und Amerika (Brasilien, USA).

 

Studiumsaufbau

Der Bachelor-Studiengang Bildende Kunst an der ECAV sieht eine Ausbildungszeit von mindestens drei Jahren vor und ist modular aufgebaut. Die Module beinhalten drei elementare Bausteine:

  • Atelierunterricht
  • Theoretischen Vorlesungen
  • Seminarunterricht und Workshops

Zu Beginn erarbeiten sich die Studierenden in die einzelnen Disziplinen ein, um anschliessend aufgrund persönlicher Preferenzen eine Auswahl zu treffen und eigene kreative Perspektiven zu entwickeln. Der Studiumsverlauf richtet sich nach der Anzahl absolvierter Module pro Semester. Das Bestehen eines Moduls hängt von den Examen und den zu bewerkstelligenden Arbeiten, sowie von der Teilnahme an den Workshops ab.

 

Ateliers

Nach einer allgemeinen Einführung in die unterschiedlichen Disziplinen spezialisieren sich die Studierenden in den Fachgebieten ihrer Wahl. Diese wird für die verwendeten Techniken und Medien ausschlaggebend sein. Mit der Unterstützung der Dozierenden entwickeln sie einen persönlichen Stil und bereichern sich an gemeinsamen Atelier-Erfahrungen. Die Ateliers vermitteln den Studierenden das technische und konzeptuelle Know-how, das erforderlich ist, um den Anforderungen

zeitgenössischen Kunstschaffens gerecht zu werden.

 

Im Angebot stehen fünf Ateliers:

  • Zeichnen-Malen
  • Raumobjekte-Installation
  • Multiple-Edition
  • Video-Film-Fotografie
  • Ton-Performance

Durch die Kombination verschiedener Disziplinen wird der zunehmenden Auflösung der Grenzen in der Kunst Rechnung getragen, ohne jedoch auf einen vorgegebenen, operativen Versuchsrahmen gänzlich zu verzichten.

 

Theorie und kritische Seminare

Der Theorieunterricht verfolgt drei komplementäre Ziele:

  • dient der Vertiefung der Kunstgeschichtskenntnisse
  • ermöglicht das kritische Verständnis einer Kunst im Werden
  • fördert transdisziplinäres und vernetztes Denken

Der Unterricht orientiert sich an der Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Wahrnehmung von Kunst - vom klassischen Schönheitsideal bis hin zu den Konzepten der Gegenwart.

Die Studierenden erwerben im theoretischen Unterricht und in den kritischen Seminaren die Fähigkeit, künstlerische Produktion und Wahrnehmung miteinander zu verbinden.

Die geistige Reflexion macht sie mit dem gesellschaftshistorischen Umfeld der Kunstpraxis vertraut und fördert ihr Ausdrucksvermögen sowie ihre analytischen und selbstkritischen Fähigkeiten.

 

Workshops

Pro Semester werden von eingeladenen Künstler / innen drei oder vier ein- bis zweiwöchige Workshops durchgeführt, die dem Studium angerechnet werden. Diese ergänzenden und vom allgemeinen Lehrplan unabhängigen Veranstaltungen bieten den Studierenden die Möglichkeit, unterschiedliche künstlerische Positionen kennen zu lernen.

 

Eingeladene Künstler/innen 2009/2010:

  • Elisabeth Llach, Schweiz
  • Joëlle Flumet, Schweiz
  • Jérôme Leuba, Schweiz
  • Sarah Kreuter, Schweiz
  • Urs Lehmann, Schweiz
  • Antonella Talamonti, Italien
  • Christian Vetter, Schweiz

 

Eingeladene Künstler/innen 2010/2011:

  • Antonella Talamonti, Italien
  • Philippe Schwinger, Belgien-Schweiz
  • Maris Grosbahs, Littauen
  • Jacques Lizène, Belgien
  • Katharina Hohmann, Deutschland-Schweiz
  • Mark Luyten, Belgien
  • Franticek Klossner, Schweiz
  • Pierre Vadi, Schweiz